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Bereits
im 3. vorchristlichen Jahrhundert entsandte der buddhistische indische
Kaiser Ashoka Missionare ins "Goldene Land"
Suvannabhumi. Dessen Einwohner waren vermutlich Mon, ein mit den Khmer
verwandtes Volk, das seinerzeit auch große Gebiete Thailands
beherrschte. Die Mon waren vermutlich in Stadtstaaten organisiert, die
nach und nach die buddhistische Lehre annahmen. Einige dieser Staaten,
wie z. B. Dvaravati (im heutigen Thailand) und Thaton (westlich von
Mawlamyine) besaßen
erheblichen Einfluß.
Etwa
zur gleichen Zeit waren im Becken des Ayeyarwaddy-Flusses verschiedene Staaten
der Pyu entstanden, die vermutlich mit den ethnischen Birmanen eng
verwandt waren. |
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Auch die Pyu kannten bereits den
Buddhismus; daneben
praktizierten sie, wie wohl auch die Mon, noch andere Glaubensrichtungen
wie Hinduismus, usw. Der
letzte große Staat der Pyu (Sriksetra/Tharekittaya) ging im 9.
Jahrhundert A.D. unter.
Im Norden des Landes waren mittlerweile
Stammesverbände der ethnischen Birmanen eingewandert. Zusammen mit den
Pyu-Flüchtlingen gründeten sie wahrscheinlich im 9. Jahrhundert den
Stadtstaat Bagan.
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Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich dieser
Staat gegen Mitte des 10. Jahrhunderts unter seinem energischen König
Anawrahta zu einer Grossmacht, die in etwa das Gebiet des heutigen
Myanmar beherrschte. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts brach der Staat von
Bagan unter den Schlägen der Mongolen zusammen. Die Ruinen von Bagan
legen noch heute beredtes Zeugnis der einstigen Bedeutung dieses Staates
ab.
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Die folgenden 200 Jahre sahen eine Zersplitterung des Landes in verschiedene Machtzentren. Erst im 16. Jahrhundert gelang es
dem birmanischen König Bayinnaung, wieder ganz Myanmar unter seine
Kontrolle zu bringen, daneben eroberte der König auch weite Teile des
heutigen Thailand. Seine besondere Sorge galt der Überwindung des
jahrhundertalten Gegensatzes zwischen Burmesen und Mon.
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Der König verlegte daher seine Hauptstadt in die alte Mon-Metropole Bago
(Pegu).
Unter seinen Nachfolgern verfiel jedoch die burmesische Macht zusehends
und die Könige verlegten ihren Sitz in die alte Hauptstadt Ava. Gegen
Mitte des 18. Jahrhunderts war die Macht der Könige so weit geschwunden,
daß die Mon fast ganz Burma unter ihre Kontrolle bringen konnten.
Erst König Alaungpaya vermochte ab 1752 die burmesische Macht
wiederaufzurichten. In einem beispiellosen Siegeszug drang er bis ins
Herzland der Mon vor und beendete damit die jahrhundertealte Rivalität
zwischen den beiden Völkern. Der Name der Hauptstadt Yangon bedeutet 'Ende
der Feinde' und tatsächlich haben die Mon sich bis auf den heutigen Tag
nicht mehr von der ihnen damals zugefügten Niederlage erholen können:
Ihre Hauptstadt Bago wurde in Schutt und Asche gelegt und hat bis zum
heutigen Tage ihre alte Bedeutung nicht wiedererlangt.
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Die Nachfolger Alaungpayas vergrößerten das Reich nach Kräften. 1767 fiel
gar Ayutthaya, die Hauptstadt des alten Rivalen Siam, den Burmesen in
die Hände und wurde furchtbar zerstört. Einige Jahre später eroberten
die Burmesen das an Bengalen angrenzende Königreich Rakhine. Dadurch
wurde der Keim des Zerfalls gelegt: Das burmesische Reich war Nachbar
der British East India Company bzw. später des Britischen Empire
geworden.
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Bald kam es zu Konflikten zwischen den beiden Mächten. In
drei Kriegen verlor Burma zuerst Teile seines Territoriums an Großbritannien
und schließlich 1885 seine Unabhängigkeit: Burma wurde Teil von
Britisch-Indien. Die Burmesen konnten sich mit der Besetzung ihres
Landes niemals abfinden und es kam regelmäßig zu Aufständen gegen die
britische Herrschaft.
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In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gelang es
den burmesischen Nationalisten, die Loslösung Burmas von Indien zu
erreichen - ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur angestrebten Unabhängigkeit
des Landes.
Dieser Prozeß wurde mit der Besetzung des Landes durch die Japaner im Jahre
1942 stark beschleunigt. Unter den Staaten Südostasien litt Burma wohl
am meisten unter dem Krieg, die Infrastruktur des Landes wurde
weitgehend zerstört. 1945 eroberten die Briten ihre alte Kolonie
zurück,
aber es war klar, dass das Zeitalter des Kolonialismus vorüber war.
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Am
4. Januar 1948 erhielt Burma seine Unabhängigkeit von Großbritannien. Zum
großen Unglück
des Landes war der 'Vater der Unabhängigkeit', General Aung San, kurz
vorher von einem politischen Rivalen ermordet worden. Das Land stürzte
in einen verheerenden Bürgerkrieg; der schwache Präsident U Nu war nie
in der Lage, ihm die so nötige Stabilität zu geben.
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1962
übernahm des Militär unter General Ne Win die Macht und führte das
Land auf den Weg zum 'Burmesischen Sozialismus', der sich als Sackgasse
erwies. Das Land verelendete immer mehr und es kam des öfteren zu
Unruhen, die sich 1988 zu einem Volksaufstand ausweiteten.
Die alte Regierung trat zurück, aber das Militär blieb an dem Schalthebeln der
Macht: Der "Staatsrat für die Wiederherstellung von Recht und Ordnung"
(SLORC) übernahm die Führung des Landes und versprach freie Wahlen im
Jahre 1990. Diese fanden zwar statt, aber die gewählte Regierung der
oppositionellen "Nationalen Liga für Demokratie" (NLD) bekam bisher
keine Gelegenheit, ihr Mandat auszuüben.
Bis zum heutigen Tag wird das Land, dessen offizieller Name seit Anfang der 90er Jahre 'Myanmar'
lautet, vom Militär kontrolliert. Die Tatsache, dass die Regierung 1997
ihren Namen in "Staatsrat für Frieden und Fortschritt" umbenannte,
scheint darauf hinzuweisen, daß das Militär seinen Auftrag noch nicht
als erfüllt ansieht.
Wie immer man der Militärregierung auch gegenüberstehen
mag, es ist nicht von der Hand zu weisen, daß in den letzten 10 Jahren
etliches für die Infrastruktur des Landes getan wurde. Auch ist ein
gewisser Wille, das Land fremden Einflüssen zu öffnen, unverkennbar.
Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten, aber Myanmar ist wohl eines
der sichersten Länder der Welt, wenn es um die Belange von Touristen
geht.

©
2008 Axel Bruns |
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