Myanmars Kultur hat mich seit meiner ersten Reise fasziniert
und es dauerte nicht lange, bis ich ein lebhaftes Interesse
an ihr entwickelte. Das Resultat waren etliche Bücher:
1990 schrieb ich mein erstes Buch ("Birmanisches
Marionettentheater") im Selbstverlag. 1996 folgte "Nelles
Guide Myanmar" (zusammen mit meinem Kollegen Helmut
Köllner). Bis zum heutigen Tag ist dieser Reiseführer
einer der erfolgreichsten auf dem Markt und wurde inzwischen
mehrfach
überarbeitet. Er wurde in mehrere europäische
Sprachen
übersetzt.
1991 begann ich ein Burmesischstudium
an der Berliner Humboldt-Universität, da für meine
Dissertation (Burmesische Marionettenkunst, Hamburg,
1999) Kenntnisse der Landessprache unabdingbar waren. "Burmese
Puppetry", mein erstes Buch in englischer Sprache,
wurde 2006 von White Lotus, Bangkok, veröffentlicht. Derzeit
arbeite ich an meinem neuen Buch "How to be a good tour
guide in Myanmar", in dem ich meine Erfahrungen aus mehr
als zwanzig Jahren Reiseleitungen in diesem Land den
einheimischen Kollegen nahezubringen hoffe.
Wir verstehen uns nicht als eine von vielen Feld-, Wald- und
Wiesenagenturen im Lande - nein, unsere Kunden können von
uns Spezielles erwarten! Zwei Beispiele: Im Jahre 2004
begleitete und beriet ich ein Team des STERN-Magazins
Hamburg, das eine Artikelserie
über die Weltreligionen
verfaßte. Myanmar diente als Beispiel für den Buddhismus
und während einer zehntägigen Reise durch das Land brachte
ich die Redakteure mit Gläubigen, Mönchen und Gelehrten
zusammen und konnte zahlreiche Tipps geben. Die Artikelserie
war so erfolgreich, daß sie auch in Buchform erschien: "Die
sechs Weltreligionen", Stern-Buch, Ullstein-Verlag,
Berlin, 2005.
Im Dezember 2006 begleitete ich den Regisseur Roman Teufel
(rtv-studio) mit seinem Team durch das Land, wo er Aufnahmen
f
ür seinen Film: "
Myanmar - Reise in eine verlorene Zeit"
machte (
sehen Sie den Trailer;
Ausstrahlung des Filmes voraussichtlich am 23. Jan. 2009, um
19.00 Uhr auf ARTE). Ich freue mich sehr dar
über, daß ich durch meine
speziellen Landeskenntnisse einen Beitrag zu einem der besten
Filme geleistet zu haben, die je
über dieses Land gemacht
wurden. Der Film wurde auf diversen Filmfestivals prämiiert und
war auch im deutschen Fernsehen zu sehen.
Seit Mitte der 90er Jahre
hat Myanmar etliche Schritte unternommen, um das Land f
ür
Touristen attraktiver zu machen: Die Visaerteilung wurde
vereinfacht und das fr
üher
übliche einwöchige Visum durch ein
vierwöchiges ersetzt. Der wichtigste Schritt jedoch war die
Abschaffung des staatlichen Tourismusmonopols: Dadurch erhielten
zahlreiche Privatunternehmen (Hotels, Reiseunternehmen,
Fluglinien,
usw.) die Chance, am Tourismusgeschäft zu partizipieren. Sie haben
den hiesigen Tourismus revolutioniert!
Vorbei sind die Tage, wo
die Gäste in lausigen,
überteuerten Hotels untergebracht
wurden, mit klapprigen Bussen und Flugzeugen durch das Land
geschaukelt wurden und der ber
üchtige "Burma
Belly" ihnen das Leben schwer machte. Hunderte von guten Restaurants servieren
heute exzellentes Essen, und moderne, gut gewartete Transportmittel
verbinden die touristischen Sehenw
ürdigkeiten. Dort können die
Besucher von Viersternekomfort bis hin zu Budgethotels alles
finden, was ihr Herz begehrt bzw. ihre Brieftasche zuläßt.
Erstaunlicherweise haben diese Verbesserungen nur zu einem leichten
Anstieg der Besucherzahlen gef
ührt.
Selbst in der bisher besten Saison (2006/2007) machte ihre Zahl nur
ein Bruchteil dessen aus, was im benachbarten Thailand gezählt wurde:
Über 12 Millionen Gäste besuchen es jährlich und das hat dem Land nicht
gutgetan, wie jeder bestätigen kann, der beide Länder bereist hat...
Einer der
Hauptgr
ünde für die geringen Besucherzahlen ist wohl das negative
Bild, das im westlichen Ausland von Myanmar gezeichnet wird. Sicher, Myanmar ist keine Demokratie (obwohl die Regierung fuer 2010 freie
Wahlen versprochen hat), aber das trifft auch f
ür China und Vietnam
zu, wo der Tourismus boomt.